Es ist nicht überall Burnout drin wo Burnout draufsteht.

Veröffentlicht auf von Norbert Freund

Der Begriff Burnout ist in aller Munde. Er wird sogar etwas inflationär gehandelt. Doch eine Entwicklung zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab, dass die Zahl der seelisch belasteten Menschen steigt. Man reiht viele seelische Belastungen, die depressiver Art sind, auch unter den Begriff "Burnout" ein.

Ich gebe meinen Erkenntnisstand wieder, den ich als Stresscoach und -berater, bis heute zu diesem Thema gewonnen habe. Ich habe vier Aussagen zusammengestellt an denen man erkennen kann, um welche Belastungsfelder es sich handelt:

 

1. Ich arbeite das, was ich am besten kann.


2. Meine Arbeit erfüllt mich mit Zufriedenheit, Freude, Sinn, Selbstverwirklichung und/oder Gewinn.


3. Ich habe meine wesentlichen Lebensprozesse, beruflich wie privat, unter Kontrolle.


4. Ich fühle mich beruflich wie privat ausreichend anerkannt und gewertschätzt.

 

Machen Sie einmal folgenden Test. Denken Sie sich eine Skala zwischen 0 und 10, wobei Null sehr unzufrieden und 10 sehr zufrieden bedeutet. Lesen Sie sich jedes Statement durch und machen Sie Ihre Bewertung. Wenn Sie fertig sind, dann können Sie weiterlesen.

 

Zu 1: Wenn das Bedürfnis nach zufriedenstellender Arbeit nicht erfüllt wird, dann entsteht Frust, der im Laufe der Zeit zu einer großen Belastung werden kann. Wenn es ganz arg kommt, dann kann das z.B. zu einem Dauergefühl der Niedergeschlagenheit führen, das in einer Depression endet.

 

Zu 2: Bringt die Arbeit überhaupt keine Befriedigung, dann kann es sein, dass der Betroffene in eine Verbitterung fällt. Es fühlen sich auch immer mehr Männer und Frauen gekränkt. Dazu trägt auch Angst vor Arbeitslosigkeit, Mobbing, Furcht vor Armut bei. Verbitterungsstörungen können in Depressionen oder Psychosen enden. Es handelt sich Bei einer Psychose um eine schwere seelische Störung, bei der der Mensch zeitweilig den Bezug zur Realität verliert.

 

Zu3: Hat der Mensch das Gefühl, dass er etwas nicht oder nicht mehr unter Kontrolle hat, dann entsteht Stress. Zu starke Stressbelastungen können im Burnout enden. Der Burnout ist das Ende eines Prozesses, der durch eine Dauerbelastung geprägt ist. Der Mensch powert sich energetisch so lange aus, bis er am Ende ist. So können auch sogenannte Highperformer diesem Prozess unterliegen, wenn es in ihrem Leben nichts mehr anderes gibt als die Arbeit. Die Einstellung: "Arbeit ist mein Hobby!" kann gefährlich werden.

 

Zu4: Wenn man seine Beziehungsebene nicht zufriedenstellend leben kann, dann kann Stress oder auch Verbitterung entstehen. Wir Menschen sind soziale Wesen und sind auf Zuwendung, Beachtung und Wertschätzung angewiesen. Sprichworte wie: "Was du nicht willst, was man dir tu, das füge auch keinen anderen zu. Behandle jeden so, wie du gerne behandelt werden möchtest. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Das Leben ist ein Geben und Nehmen." passen hierher. Wenn die Beziehungsebene nicht paast, können Frust, Verbitterung oder auch starker Stress entstehen.

 

Bewertung-Lösung:
Überall dort, wo Sie nicht mindestens eine 7 vergeben haben, sondern weniger, könnte eine seelische Belastung liegen. Sind Sie in allen 4 Bereichen zufrieden, dann dürften Sie von übermäßigem Frust, Stress oder Burnout nicht bedroht sein.

 

 

Veröffentlicht in Stressmanagement

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